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11. November. 2014

Radlobby-Petition an die ÖBB: „Vorfahrt für Rad & Bahn!“

Aktion ÖBB Nachteilscard

Tarifgestaltung bei Radmitnahme in ÖBB-Zügen benachteiligt weiterhin eine Million Vorteilscard-BesitzerInnen. Radlobby Österreich spricht von „Nachteilscard“ und startet Petition.

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Rund 300.000 Fahrgäste nutzen laut ÖBB jährlich die Möglichkeit, ihr Fahrrad im Zug mitzunehmen. Zum Nachteil dieser nicht zu vernachlässigenden Kundengruppe wurden die Rad-Tarife durch die ÖBB 2014 teilweise erhöht. Hauptkritikpunkt: Die Radmitnahme im Zug wurde durch die ÖBB-Tarifreform 2014 für Fahrgäste mit Vorteilscard empfindlich verteuert. So können sich für diese StammkundInnen die Radmitnahmekosten im Vergleich zu 2013 mehr als verdoppeln!

Eine Änderung dieser Benachteiligung wurde trotz Bemühungen der Radlobby Österreich von der ÖBB-Führung abgelehnt. Die ÖBB-Tarife 2015 bringen also weiterhin für die Million Vorteilscard- und Österreichcard-BesitzerInnen keine Vorteile. Die Radlobby spricht daher von einer Nachteilscard: „Die Entscheidung der ÖBB, vor allem die Vorteilscard-Kunden bei der Radmitnahme zu belasten, wäre in anderen Bereichen oder am freien Markt undenkbar. Mit Stammkunden geht man so nicht um!“ bringen Beatrice Stude und Lukas Beurle, Bahnbeauftragte der Radlobby Österreich, die Empörung der Radkundschaft auf den Punkt.

Problemfelder: Nahverkehr, Fernverkehr, Faltradmitnahme

Grundsätzlich kostet die Fahrradmitnahme seit 2014 entfernungsabhängig 10 Prozent eines Vollpreis-Personentickets auf der Mitnahmestrecke. Die Mindestgebühr von 2€ bringt aber im Nahverkehr für einen Tagesausflug mit dem Fahrrad mit Hin- und Rückfahrt Mindestkosten von 4€. Das bedeutet gegenüber dem Vorteilscard-Tarif 2013 (Tageskarte 2,50€) eine Steigerung von 60 %. Bis zu einer Entfernung von 20 km ist das Radticket sogar teurer als das Vorteilscard-Personenticket. Erst ab 100 km Entfernung wird der vorgesehene Tarif von 10 % des Personentickets wirksam. Im Fernverkehr wurde durch die zusätzliche neue Reservierungsgebühr von 3€ (online) ein versteckter Mindestpreis von 5€ geschaffen. Die Radmitnahmen wurde dadurch z.B. von Wien nach Bregenz nun bis zu 106% teurer. Bei der Mitnahme eines Faltrades war bis zur Tarifumstellung 2014 klar: Es konnte bei den ÖBB als Gepäckstück mitgenommen werden. Seit Jahreswechsel ist jedoch der betreffende Passus aus den Bestimmungen verschwunden, Rechtssicherheit für Faltrad-Mitnahme fehlt dadurch. Auch diese Benachteiligung wurde für die Tarifperiode 2015 nicht korrigiert.

„Zug und Rad wären sowohl im Freizeitverkehr für Tagesausflüge und Tourismus als auch für PendlerInnen die ideale, umweltfreundliche Verbindung. Gemäß Masterplan Radfahren des Lebensministeriums ist die Fahrradmitnahme durch die Schaffung attraktiver Tarife zu fördern. Die ÖBB ist daher aufgefordert, die bestmöglichen Bedingungen für ihre zunehmende Radkundschaft zu schaffen. Konkret bedeutet das: Wiedereinführung der Halbpreisermäßigung für Vorteilscard-KundInnen für die Radmitnahme; Wiedereinführung einer Radtageskarte; zeitgerechte Ausstattung des railjet mit Radstellplätzen; Reduktion des Mindesttarifes; Vereinfachung des Radticketkaufs am Automaten; Rechtssicherheit für Faltradmitnahme und ausreichend qualitätsvolle überdachte Radabstellmöglichkeiten an allen Bahnhöfen. Dann erst sind die Weichen wieder Richtung Zukunft gestellt.“ fasst Alec Hager, Sprecher Radlobby Österreich, die Forderungen an die ÖBB zusammen.

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Kontakt: Alec Hager, alec.hager@radlobby.at; 0650-9464968; www.radlobby.at
Radlobby-Petition ÖBB „Vorfahrt für Rad & Bahn!“ 

Weitere Bilder:

  • ÖBB Radmitnahmemaengel, Grafik: Anna Hazod am Dienstag, 11. November 2014